The Carousel, 2017, video, 3:00

The Carousel
DE
Die Videoarbeit unterläuft die kulturell verankerte Vorstellung des Karussells als Symbol von Kindheit, Unschuld und unbeschwerter Bewegung. Durch die Verlangsamung der Bilder und die konzentrierte Nahsicht auf Details verliert das Objekt seine spielerische Funktion und erscheint als fremdartige, bedrohliche Apparatur. Die zyklische Bewegung wird nicht mehr als Vergnügen, sondern als endlose Wiederholung erfahrbar. Das Karussell wird zur Metapher für gesellschaftliche Routinen, für Kreisläufe der Wiederholung und für die verborgenen Strukturen hinter scheinbar harmlosen Bildern. Die dystopische Verschiebung entsteht dabei weniger durch das Motiv selbst als durch die veränderte Wahrnehmung desselben. Die Aufnahme ist irritierend und entfremdend. Sie fordert dazu auf, vertraute Bilder neu zu lesen und die Diskrepanz zwischen idealisierter Erinnerung und materieller Realität wahrzunehmen. Das Vertraute wird unheimlich; aus einem Ort des Spiels wird ein Raum der Reflexion über Zeit, Vergänglichkeit und die Konstruktion von Wirklichkeit.
EN
The video work subverts the culturally entrenched notion of the carousel as a symbol of childhood, innocence, and carefree movement. By slowing down the images and focusing closely on details, the object loses its playful function and appears as an alien, menacing apparatus. The cyclical movement is no longer experienced as pleasure, but as endless repetition. The carousel becomes a metaphor for social routines, for cycles of repetition, and for the hidden structures behind seemingly harmless images. The dystopian shift arises less from the motif itself than from the altered perception of it. The image is unsettling and alienating. It invites us to reinterpret familiar images and to perceive the discrepancy between idealized memory and material reality. The familiar becomes uncanny; a place of play becomes a space for reflection on time, transience, and the construction of reality.

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